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Kurt von Einsiedel

Vor allem die Züchtung von
Dahlien
(darunter viele, die Zernsdorf im Namen trugen, wie Zernsdorfer Sonne und Zernsdorfer Gold, Zernsdorfer Romanze, Zernsdorfer Eroica...)
vom

Gut Zernsdorf, Kreis Teltow, Abteilung Gartenbau

- Kurt von Einsiedel -
gegründet 1924

machten diesen Gartenbaubetrieb und durch die Namensgebung auch Zernsdorf über Deutschland hinaus berühmt.

Bereits 1933 wurden Einsiedelsche Dahlien in das internationale Dahlienzuchtverzeichnis eingetragen. Auf Internationalen Blumenschauen fanden die Dahlien große Beachtung, doch auch in der Region, wie 1933 in der Gartenschau in „Riedels Gasthof“ in Neue Mühle bei Königs Wusterhausen oder auf Blumenschauen in Zernsdorf direkt, wurden sie dem Blumenliebhaber aus Nah und Fern vorgestellt.        
Vom Gut in der Zernsdorfer Forststraße (heute Friedrich-Engels-Straße) wurden die Dahlienknollen in alle Welt exportiert.

Titelblatt eines Preisliste von 1957

      Dahlienkatalog von 1957

  

Das ehemalige Gutshaus Zernsdorf
Das ehemalige Gutshaus des Gutes Zernsdorf

Aquarell der Zernsdorfer Gewächshäuser von Werner BuchholzWerner Buchholz, Gewächshäuser des Gutes Zernsdorf, Aquarell, 1951

 

Kurt Franz Walter von Einsiedel  Wappen der Familie von Einsiedel
(5. August 1900, Berlin-Charlottenburg - 23. März 1967, Neustadt am Rübenberge)

entstammt dem Zweig Prießnitz des alten meißnischen Adelsgeschlechts Einsiedel, das 1299 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

 Sein Vater Hans Curt von Einsiedel (1. April 1867, Görlitz - 3. November 1942, Zernsdorf), war Direktor der Deutschen Bank in Berlin.  Seine Mutter war Anna Luise Emma „Emmy“ Hemmerling (13. Juli 1874, Berlin - 6. Mai 1938, Königs Wusterhausen). Aus dieser am 6. August 1897 in Berlin geschlossenen Ehe ging Kurt von Einsiedel als einziges Kind hervor.

1931 - Medaille der Gartenbau Gesellschaft für das Gut ZernsdorfIm Alter von 24 Jahren gründete er 1924 auf dem Grundbesitz seines Vaters in Zernsdorf einen Gartenbaubetrieb. Dieser Betrieb wurde über Zernsdorf hinaus bekannt vor allem durch die Zucht von Dahlien. Aber auch Gladiolen und andere Blumensorten wurden erfogreich kultiviert. Seine Züchtungen wurden mehrmals von der Deutschen Gartenbaugesellschaft Berlin mit Medaillen prämiert. In der Fachliteratur fanden die Züchtungen des Gutes Zernsdorf oft lobende Erwähnungen.

Medaille der Deutschen Gartenbaugesellschaft für das "Gut Zernsdorf" anlässlich einer Ausstellung vom 8. -16. März in Berlin 1931

Von einer Reise nach Kassel kam Kurt von Einsiedel im Juli 1960, ein Jahr vor Errichtung der "Mauer"  nicht wieder nach Zernsdorf zurück und lebte bis zu seinem Tode in Neustadt am Rübenberge. An seinem neuen Wohnort in Neustadt am Rübenberge soll er keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgegangen sein.

Die Dahlienzucht wurde, soweit in Zernsdorf noch Zuchtknollen verblieben waren, von der Zernsdorfer LPG, die die Anbaufläche des Gutes übernommen hatte, aus Desinteresse nicht weitergeführt. Der Gartenbaubetrieb wurde schließlich ganz aufgegeben.


Hochzeitsfoto von Kurt und Senta von Einsiedel

Kurt von Einsiedel mit Senta von Schmude
Foto vom 1. Juli 1947 (Tag der Eheschließung)
Senta von Schmude (14. August 1915, Berlin - ?, Neustadt am Rübenberge) war die dritte Ehefrau von Kurt von Einsiedel.
Die Ehe blieb kinderlos.

Die Dahlienzucht ist ein schnelllebiges Geschäft: Ständig werden neue Sorten angeboten und die alten sind schnell vergessen.
Da ist die Frage nach mehr als 50 Jahren fast vermessen:  Hat  ein Dahlienliebhaber eine oder mehrere Dahlien, die aus der Zernsdorfer Zucht stammen, über diesen langen Zeitraum am Leben erhalten oder kann jemand, der mit diesem Metier zu tun hat, etwas über die “Zernsdorfer” Dahlien oder auch den Einsiedel'schen Gartenbetrieb etwas berichten?
Dass eines Tages vielleicht ein Ableger einer der Sorten, die von Zernsdorf in alle Welt verschickt wurden, nach hierher zurückkehrt und im Garten des Bürgerhauses Zernsdorf blühen wird, kann nach so vielen Jahren nur noch ganz vage gehofft werden - aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

(Bearbeitungsstand: 30. März 2017)